Es schneit! Ich will fotografieren!

Ja, manchmal bin ich fast wie ein kleines Kind. Vor allem wenn es schneit. Dann will ich raus, und zwar sofort!



Schnee hat mich schon seit jeher magisch in seinen Bann gezogen. Sobald dicke Schneeflocken vom Himmel fallen, ist die Welt in Ordnung. Es gibt für mich einfach nichts schöneres!


Wenn es schneit springe ich, wann immer ich Zeit habe, ins Auto und lasse die Stadt hinter mir. Mein Ziel ist dann fast immer der Wald, denn gerade im Winter ist er für mich besonders anziehend. Wie unter einer weißen Decke ruht er. Still und starr. Minimalistisch schön.


Und mitten drin bin ich und springe verzückt zwischen den Bäumen hin und her um verschiedene Motive einzufangen. Und ab und an, ich gebe es zu, entfleucht mir ein staunendes: "Oooooh, ist das schön!" oder ein "Ach, wie toll!"


Ich wische, doppelbelichte und blitze wie eine Verrückte durch den Wald. Voller Begeisterung versuche ich fallende Schneeflocken für die Ewigkeit mit meiner Kamera festzuhalten. Bäume und Baumgruppen, die ich noch vom Herbst kenne, sehen nun völlig anders aus. Sie wirken irgendwie verzaubert. Rundherum ist alles ruhig - nur das knirschen der weißen Pracht unter meinen dicken Stiefeln und meine Begeisterungsrufe unterbrechen zwischendurch die Stille.


Fallende Schneeflocken fotografiere ich sehr gerne - auch kombiniert mit einem "Wischer"




Während ich im restlichen Jahr generell Buchenwälder bevorzuge, mache ich im Winter vor keinem Wald halt. Sogar die generell langweiligen, dunklen, kratzig anmutenden Fichtenwälder sind jetzt nicht mehr vor mir sicher. Ich mag es nämlich gerne, wenn der Schnee auf den dürren Fichtenästchen liegenbleibt und sie damit erst so richtig gut zur Geltung bringt.


Die schneebedeckten Fichtenäste kommen so richtig schön zur Geltung




Egal ob kamerainterne Doppelbelichtung oder Wischtechnik, im Winterwald kann ich mich so richtig austoben. Es finden sich zahllose Motive. Der unaufgeräumte Waldboden, der ansonsten auf Fotos oft sehr dominant und unruhig wirkt, versteckt sich nun unter einer watteweichen Schneedecke, die den Wald optisch wunderbar beruhigt erscheinen lässt.


Wenn ich unterwegs bin, schleppe ich sehr oft viel zu viel Zeug mit. In verschneite Wälder kommt allerdings immer nur das Nötigste mit: meine Kamera und ein Objektiv (fast immer das 70-200mm). Und, falls nicht nur Schnee liegt sondern es auch aktuell schneit oder Schneefall zumindest vorausgesagt ist, packe ich noch einen Aufsteckblitz in den Rucksack - um herabfallende Schneeflocken ablichten zu können. Mit dieser kleinen Ausrüstung muss ich nicht schwer schleppen und kann ich mich frei bewegen. Und: Ich muss den Rucksack beim fotografieren eigentlich nie abnehmen und in den Schnee legen. Das ist praktisch, da ich im Wald nie lange an einer Stelle verharre, sondern eigentlich immer in Bewegung bin.


Das einzige, was mich ab und zu innehalten lässt sind Akkus oder Batterien, die sich in der Kälte leider schneller entleeren als sonst und darum immer mal wieder getauscht werden müssen. Ersatz krame ich mir dann flugs aus der Innentasche meiner dicken Winterjacke, die vollgestopft ist mit zusätzlichen Akkus und Batterien. So nah am Körper getragen halten sie einfach länger, auch wenn es für mich nicht so bequem ist mit nach innen ausgebeulten Taschen umherzustreifen.


Auch im Winter lassen sich wirkungsvolle kamerainterne Doppelbelichtungen erstellen




Die Kapuze meiner Jacke (über der Mütze) tief ins Gesicht gezogen und die behandschuhten Hände zwischendurch in die Jackentaschen gegraben, verharre ich meist im Wald bis sämtliche Akkus - 4 Stück an der Zahl - leer sind. Und selbst dann würde ich oft am liebsten noch nicht nach Hause gehen ...


Ich liebe ihn einfach, den Schnee!



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